Potentiale

Für Abbrecher & Wirtschaft

Rund 30 % der Studierenden in Deutschland verlassen die Hochschule bereits vor dem Bachelor-Abschluss (Quelle: Heublein et al. 2017). Die Gründe hierfür sind vielfältig und reichen von nicht erfüllten Erwartungen an das Studienfach über Schwierigkeiten bei der Studienfinanzierung bis hin zu dem Wunsch eines höheren Praxisbezugs. Es wäre ein Trugschluss, von einem Scheitern der Studierenden auszugehen. Ganz im Gegenteil. Hier handelt es sich um junge Menschen in der beruflichen Orientierungsphase und somit um vielversprechende potentielle Auszubildende oder Mitarbeitende.

Was für Studienaussteiger/innen spricht:

Hohes Ausbildungsniveau

durch das (Fach-)Abitur, bzw. die Hochschulzugangsberechtigung

Studienaussteiger/innen haben bereits einmal einen Studienplatz erfolgreich erworben. Somit verfügen Sie bereits über eine gute Schulbildung.

Erste Studienleistungen und Erfahrungen

Studierende haben vor dem Ausstieg immer einen Studieneinstieg absolviert. Je nach Höhe des Fachsemesters wurden daher in der Regel schon Kompetenzen in den Bereichen wissenschaftliches Arbeiten, Teamarbeit, selbstständige Arbeits- und Lernorganisation sowie fachspezifische Themen und Lerninhalte erworben. Nicht zuletzt bringt der Prozess der Entscheidung zum Studienausstieg weitere wichtige persönliche Kompetenzen und Erfahrungen mit sich.

Fachwissen durch das entsprechende Studienfach

Wenn Studienaussteiger/innen sich gegen das Studium, nicht aber gegen Ihren Berufswunsch entscheiden, bewerben Sie sich in dem entsprechenden Berufsfeld. Somit bringen Sie unter Umständen gutes bis vertieftes Fachwissen auf dem neuesten Stand in das Unternehmen ein und können darauf in der Ausbildung unmittelbar aufbauen.

Erhöhte Motivation

Studienaussteiger/innen haben sich in der Regel während des Prozess des Zweifelns bis hin zur Entscheidung für den Abbruch intensiv mit passenderen Alternativen beschäftigt und sind somit klarer in Ihrer Berufswahl und somit auch motivierter. Nicht zuletzt ist Dankbarkeit für einen „neue Chance“ zu erwarten und es präsentiert sich ein hochmotivierter Auszubildender.

Fortgeschrittene Reife

Im Vergleich zu Schulabgänger/innen sind Studienaussteiger/innen in der Regel schon lebensälter und somit weiter in ihrem Reifungsprozess. Dies lässt eine erhöhte Selbstständigkeit und einen erweiterten Handlungsspielraum zu. Zudem sind sie in beruflichen Entscheidungen besser orientiert und sicherer.

Keine Rückkehr an die Hochschule

Im Gegensatz zu Auszubildenden, die häufig nach der Ausbildung ein vertiefendes Studium anstreben, kehren Studienaussteiger/innen nur selten zurück an die Hochschule und bleiben den Unternehmen häufig erhalten.