Anerkennung von Studienleistungen

Auch wenn das Studium für Dich nicht mehr das Richtige ist und Du heute eine neue Entscheidung triffst, heißt das nicht, dass die Arbeit der letzten Semester umsonst war!

Neben vielen neuen Erfahrungen und Kompetenzen, die Du gewonnen hast, hast Du außerdem konkrete Leistungen erbracht, Credit-Punkte gesammelt und Dich damit auch fachlich weiterqualifiziert. Diese Leistungen haben ihre Berechtigung und können Dir unter Umständen angerechnet werden. Ganz wichtig: Sorge bei einem Studienausstieg dafür, dass Du diese Leistungen auch nachweisen kannst.

Anrechnung auf
Ausbildungszeit

Mit Zustimmung des Ausbildungsunternehmens ist es möglich, die Dauer der Berufsausbildung auf mindestens 24, in besonderen Einzelfällen auf 18 Monate zu verkürzen, da bei Studienaussteigern ja in der Regel die (Fach-)Hochschulreife vorliegt.

Dies ist jedoch im Einzelfall mit dem Unternehmen und der entsprechenden Berufsfachschule zu klären, da einige Fachklassen eine Mindestschulzeit von zwei Jahren vorschreiben. In dualen Ausbildungsberufen darf eine Mindestausbildungsdauer nicht unterschritten werden. Die Mindestausbildungsdauer beträgt bei dreieinhalbjährig verordneten Berufen 24 Monate, bei dreijährigen 18 Monate. Ansprechpartner hierfür sind die dem Berufsbild entsprechenden Kammern.

Fortbildungsprüfung

Die Zulassung zu einer Fortbildungsprüfung (z. B. Meister oder Fachwirt) ist in Einzelfällen für Studienaussteiger/innen möglich. Hier ist eine Enzelfallprüfung durch die zuständige Kammer nötig, die sich an Deiner ggf. vorliegenden abgeschlossenen Berufsausbildung orientiert, oder auch an fachbezogenen Studienleistungen (mind. 39 Monate) in Verbindung mit einschlägigen praktischen Erfahrungen (mind. 18 Monate). Darüber hinaus musst Du mindestens 120 ECTS-Punkte erreicht haben. Unter Umständen werden Deine Kenntnisse in einem Fachgespräch festgestellt.

Kontaktdaten zu den zuständigen Kammern erhältst Du in der Liste unserer externen Beratungspartner.

Fortbildungsprüfung

Abschlussprüfung ohne Ausbildung

Eine Zulassung zur Abschlussprüfung vor der zuständigen Industrie- und Handelskammer ist in Sonderfällen für Studienaussteiger/innen möglich. Voraussetzung hierfür ist z. B. eine einschlägige Studienzeit in einem ausbildungsberufsnahen Studienfach (mind. 27 Monate) in Verbindung mit einer nachweislich umfangreichen Praxistätigkeit (mind. 6 Monate) während oder nach dem Studium. Weiter musst Du mindestens 60 ECTS-Credits erlangt haben. Die berufliche Abschlussprüfung müssen Personen mit Studienerfahrung in jedem Fall komplett ablegen. Vorhandene Studienleistungen führen in der Ausbildung nicht zu einer Befreiung von Prüfungsbereichen.

Im Handwerk kommt die Zulassung zur Externenprüfung ohne Ausbildung gegebenenfalls auch in Frage. Hierfür musst Du aber die 1,5-fache Dauer der Ausbildungszeit als Tätigkeit im Beruf nachweisen können. Fachbezogene Praktikumszeiten können hierfür anerkannt werden. Auch hier musst Du jeweils den Einzelfall über die Handwerkskammerprüfen lassen.

Für internationale Studierende ist der Zugang zu schulischen oder dualen Ausbildungsgängen an verschiedene Voraussetzungen gebunden. Insbesondere ist es erforderlich, die Deutsche Sprache möglichst sicher zu beherrschen. Bitte beachte, dass daher auch die Beratung in der Regel in deutscher Sprache stattfindet.

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